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Programm

1. SI ist solidarisch

Die Welt wächst zusammen, aber was wird aus ihr?
Auf der einen Seite steht die profitorientierte, menschenfeindliche Politik der multinationalen Konzerne, ihrer Regierungen und internationalen Instrumente, die maßgeblich das Leben in den verschiedenen Ländern prägt: Massenarbeitslosigkeit, Niedriglöhne, Verelendung breiter Bevölkerungsschichten bis zum Hungertod, Privatisierungen, Verschuldung, weltweite Flüchtlingsströme, politische Unterdrückung, Militarisierung, Ausplünderung von Ressourcen, Raubbau an der Natur, die drohende globale ökologische Katastrophe usw.

Die andere Seite der Wirklichkeit ist weltweiter Widerstand gegen diese Politik, bei dem die Jugend eine besonders aktive Rolle spielt: Landbesetzungen, Massendemonstrationen gegen IWF, Weltbank und WTO, bewaffnete Volksaufstände, Kampf der Ureinwohner/innen um den Erhalt ihres Lebensraums und ihrer Kultur, kämpferische Frauenaktionen vor allem in Asien, Afrika und Lateinamerika, Streiks gegen Entlassungen, Lohn- und Sozialabbau, Massenbewegungen gegen Rassismus und Neofaschismus, für Frieden und Völkerfreundschaft, internationale Aktionen zur Rettung der Umwelt; länderübergreifende Zusammenarbeit von Konzernbelegschaften usw. Welche Richtung sich durchsetzt, darf uns nicht egal sein, es ist zur Überlebensfrage geworden. SI ist solidarisch mit allen gerechten Kämpfen!

2. SI hilft

Diejenigen, die im Kampf und Widerstand stehen, Opfer von Verfolgung und Unterdrückung sind, brauchen wirksame Unterstützung. Viele wollen helfen. Aber sie fragen sich, ob es etwas nützt. Es kommt auf die Art der Hilfe an. SI organisiert Hilfe zur Selbsthilfe und Selbstbefreiung.
Was tut SI?

* Kämpfe dürfen nicht unbekannt und isoliert bleiben, sonst können ihre Anliegen und Forderungen leicht verschwiegen, verfälscht und gegeneinander ausgespielt werden. Information ist Hilfe!

* Solidarität muß konkret erfahrbar sein in Kampagnen, Unterschriftensammlungen, Veranstaltungen, Grußadressen, Besuchen usw. Aktionen sind Hilfe!

* Neben moralischer Unterstützung brauchen die Kämpfenden materiellen Rückhalt durch Spendengelder, Hilfsgüter, medizinische Hilfe usw. Spenden sind Hilfe!

Immer wieder wird die Frage gestellt, ob die Spenden auch an die richtigen Adressen gelangen. Durch internationale Koordination und Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen in immer mehr Ländern gewährleistet SI die Verteilung von Geldern und anderen Hilfen im Sinne der spendenden Menschen.

3. SI organisiert gegenseitige Unterstützung

Solidarität ist keine Einbahnstraße von Nord nach Süd. Vor dem Hintergrund der Internationalisierung der Produktion richten sich Kämpfe immer mehr gegen die gleichen Gegner, gegen internationale Unternehmen und Banken und ihre Regierungen, gegen IWF, Weltbank, die Welthandelsorganisation WTO und den UN-Sicherheitsrat. Oft ist allein die Kenntnis über die internationalen Zusammenhänge gering. Die Massenmedien tun ein übriges, um die Klarheit durch Standortdebatten, Erzeugung von Konkurrenzdenken und Nationalismus zu vernebeln.

SI setzt dagegen nicht einfach die Vergabe von Hilfsleistungen, sondern organisiert gegenseitige und gleichberechtigte Unterstützung und Voneinanderlernen. SI lehnt die Bevormundung besonders gegenüber Menschen in den abhängigen Ländern ab. Notwendig sind Erfahrungsaustausch und gleichberechtigtes Voneinanderlernen. In möglichst allen Ländern soll der Internationalismus im Bewußtsein breiter Bevölkerungskreise gefördert werden.

4. SI ist international

Internationale Solidarität braucht eine internationale Organisation. Ihren Aufbau voranzubringen gehört zu den wichtigsten Aufgaben. Das kann nicht am grünen Tisch passieren, sondern nur in Verbindung mit der praktischen gegenseitigen Solidaritätsarbeit und dem Organisationsaufbau in den einzelnen Ländern. Aus punktueller Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg werden dauerhafte Kontakte und multilaterale Koordination. Aus einzelnen Initiativen im nationalen Rahmen entstehen Länderverbände, die sich nach und nach zum internationalen Verband auf gleichberechtigter Grundlage zusammenschließen. Ein weiter Weg mit viel Kleinarbeit, aber erfolgversprechend.

5. SI ist überparteilich

Internationale Solidarität muß unabhängig von Partei- und Weltanschauungsgrenzen praktiziert werden. In SI sind alle willkommen, die Ziele und Grundsätze der Organisation anerkennen. Mitarbeit und Mitgliedschaft von anderen Initiativen, Organisationen und Parteien ist erwünscht. Führungsansprüche werden nicht akzeptiert. Einzelpersonen und Mitgliedsorganisationen sind völlig gleichberechtigt. Es bestehen keine Unvereinbarkeitsbeschlüsse; rassistische, nationalistische, neofaschistische und chauvinistische Kräfte haben jedoch keinen Platz in SI.

6. SI ist demokratisch

Die Grundlage von SI ist die breite Demokratie, die entsprechend ihrer Vielfalt zwei Seiten hat:
1. Das Zustandekommen von gemeinsam getragenen Beschlüssen. Zum Beispiel können nicht von Anfang an alle wichtigen Kämpfe und Widerstandsbewegungen gleichermaßen unterstützt werden. Schwerpunkte müssen gesetzt werden, Projekte und Konzepte beschlossen werden. Alle Mitglieder bestimmen darüber demokratisch auf den alle zwei Jahre stattfindenden Kongressen. Diese legen den Aktionsrahmen fest, an den die Bundesvertretung gebunden ist.
2. Die Entscheidung über die Beteiligung an den jeweiligen politischen Aktivitäten durch die einzelnen Gruppen oder Mitglieder. Die Regional- und Ortsgruppen entscheiden auf Grundlage der Beschlüsse der alle zwei Jahre stattfindenden Kongresse selbst, welche Schwerpunkte sie in ihrer Arbeit setzen; natürlich können sie auch eigene Initiativen entfalten. Mit über den Mitgliedsbeitrag hinausgehenden Spenden kann darüber hinaus jedes Mitglied selbst festlegen, welche Projekte es fördern will.

7. SI ist finanziell unabhängig

Die Finanzstärke der internationalen Solidaritäts- und Hilfsorganisation entscheidet maßgeblich mit über ihre Wirkungsmöglichkeiten, ihren Einfluß und ihr Wachstum. Um so wichtiger sind die finanzielle Unabhängigkeit und die ständige Kontrolle über die korrekte Durchführung aller Finanzangelegenheiten. SI nimmt keine Spenden an, die an Bedingungen geknüpft sind und die Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit beeinträchtigen können. Natürlich dürfen projektgebundene Spenden nur für den vom Spender vorgesehenen Zweck verwendet werden. Laufende Kontrolle und regelmäßige Offenlegung machen die Finanzen von SI für alle Mitglieder durchschaubar. Auf dem jährlichen Kongreß wird ein unabhängiger Beirat gewählt, der die sparsame, zweckmäßige Verwendung der Verbandsgelder und gemäß den Vereinbarungen und Verträgen überwacht.

8. SI braucht viele Fähigkeiten

Schon seit ihrem Gründungsstadium ist SI schnell gewachsen. SI hat das Ziel, massenhaft Mitglieder zu gewinnen. Das bringt viele Aufgaben mit sich, denn die Entfaltung der praktischen Solidaritätsarbeit und der Organisationsaufbau sollen mit der Mitgliederzahl Schritt halten. Deshalb werden viele Mitglieder gebraucht, die ihre Fähigkeiten aktiv einbringen. Da ist viel Initiative gefragt: Organisation von Kampagnen und Veranstaltungen, Übersetzen von Briefen und anderem Material, Mitarbeit in der Bundesvertretung, Unterstützung bei der Erstellung des regelmäßigen Mitgliederinfos, Übernahme von Büroarbeit, Aufbau von Regional- und Ortsgruppen und internationalen Kontakten und vieles mehr. SI ist keine Gruppe von Machern, die stellvertretend für die breite Masse agieren will. SI vertraut auf die Kräfte, die in den Menschen selber stecken.

9. SI ist Bündnispartner

Wer internationale Solidarität leistet, kommt mit vielen anderen Initiativen und Organisationen in Berührung. SI versteht sich nicht als deren Konkurrent, sondern als Bündnispartner und sucht die Aktionseinheit mit internationalistischen-, Umwelt-, Friedens-, Frauen- und Menschenrechtsgruppen, den Gewerkschaften usw.

10. SI ist etwas Neues

Viele Erfahrungen sind in den vergangenen Jahren in der Solidaritätsarbeit gemacht worden. SI will die positiven Lehren bewahren und sich mit Fehlern kritisch auseinandersetzen. Aber es geht um mehr. Der Aufbau einer internationalen Solidaritäts- und Hilfsorganisation ist etwas Neues. Es gibt keine vorgefertigten Modelle, vielmehr sind neue Ideen und Wege gefragt.

Dabei sind die zehn Grundsätze nicht nur Richtschnur für die Arbeit nach außen, sondern auch für die gemeinsame Tätigkeit innerhalb der Organisation.

Internationalismus ist unsere Stärke!