Michalis schreibt uns aus dem Lager Moria/Kara Tepe aus Lesbos
Geschenke für die Kinder im Lager Moria/Kara tepe
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Michalis schreibt uns aus dem Lager Moria/Kara Tepe aus Lesbos

„Ich wünsche allen Freundinnen und Freunden von Solidarität International und allen Spenderinnen und Spendern ein glückliches 2023 mit Gesundheit und Liebe“

Dieses Jahr am Weihnachten konnten wir durch Eure Unterstützung jedem Kind im Camp, Kindern vom Krankenhaus in Mytilene und den Kindern im Dorf Agiasos Weihnachtsgeschenke überbringen.

Das Lächeln auf den Gesichtern dieser Kleinen, als sie ihre Geschenke öffneten, ist unbezahlbar und es gab uns das Gefühl, dass diese Aktion alle Herzen erwärmt hat. Wir danken Euch für Eure Unterstützung, die diese Aktion möglich machte.

Wir feierten auch gemeinsam Weihnachten im Camp. Es war eine besondere Feier. Gemeinsam mit Menschen aus Lesbos, aus Afrika, Afghanistan, Pakistan saßen wir zusammen und konnten die lokale Tradition mit den Traditionen der Flüchtlinge zusammenbringen. Die verschiedenen Leckereien und Süßigkeiten aller Länder, hat uns bezaubert und es schmeckte jedem. Gemeinsam konnten die Flüchtlinge erfahren, wie Weihnachten in Europa gefeiert wird. Das schönste war, dass jeder sehr offen war und von seiner Heimat tolle Geschichten und Bräuche erzählte, wie es bei ihnen gefeiert wird. Die Einblicke in die kulturellen Unterschieden aber auch in viele Ähnlichkeiten bereicherte uns alle.

Die Flüchtlinge Berichten

Stand by Me Lesbos hilft, die Bürger von Lesbos vor COVID-19 zu schützen! Unser Team hat dem Mytilene Krankenhaus Schnelltests gespendet, da wir verstehen, wie wichtig es für gefährdete Menschen auf der Insel ist, vor dem Virus geschützt zu werden.

Wir hatten eine Veranstaltung von einem Arzt, der bei den „Ärzten ohne Grenzen“ arbeitet. Die Veranstaltung hat uns, was uns 2023 erwartet, sehr traurig gemacht.

„Zentrum des Zusammenlebens“ nennt es die EU und die griechische Regierung „unsere neuen Gefängnisse“. Seit einem Jahr werden die Flüchtlinge in einem geschlossenen Zentrum in Samos weit weg von den Städten eingesperrt. Alle Flüchtlinge, ob Kinder oder Erwachsene, leiden unter psychischen Problemen. Ein gleiches Gefängnis wird derzeit in Lesbos gebaut und alle Flüchtlinge von Kara Tape werden dort eingeschlossen werden. Das geschlossene Zentrum mit kontrolliertem Zugang in Lesbos ist sogar noch isolierter, da es 33 km von der Stadt Mytilene entfernt liegt. Dort werden die Flüchtlinge faktisch inhaftiert. Der Zugang zu Dienstleistungen für das Asylverfahren oder Ärzten und kulturellem Leben wird letztlich unmöglich gemacht. Was soll man noch dazu sagen. Es gibt für uns nur das eine Wort „Verachtung und Missachtung jeglicher Menschenrechte.“ Die Menschen, die in Griechenland ankommen, sind gestresst, einige sind vor Konflikten oder Verfolgung in ihren Heimatländern geflohen und viele haben auf ihrer Reise schreckliche Gewalt erlebt. Wir wissen selber, was wir alles erlebt haben auf dem Weg nach Griechenland. Menschenhandel, sexuelle Übergriffe, Zwangsarbeit. Dann kommen wir in ein für uns „freies Land“ und die Aufnahme erfolgt mit doppeltem Stacheldraht, Röntgenstrahlen und biometrischer Identifizierung. Das ist menschenverachtende Asylpolitik der EU. Mehr hat Europa nichts für uns übrig.

Lasst uns gemeinsam unsere Kräfte bündeln.

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