Eine Anfrage zur Solidarität mit Simbabwe
Solidarity with african people
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Eine Anfrage zur Solidarität mit Simbabwe

Bericht der Flüchtlinge vom 05. April 2021: Am Samstag war ein sehr arbeitsreicher Tag: Die Weißhelme putzten erst das Lager, dann bauten sie unseren Platz für ein neues Klassenzimmer aus. Außerdem hatten wir Unterricht für Kinder. Und unsere Elektro-Teams haben hart gearbeitet: Am Morgen wurden einige Probleme behoben, dann kamen einige Neuankömmlinge ins Camp und in der Grünen Zone haben wir Kabel und Strom für sie installiert. Wir sind auch sehr glücklich das die Sonnenbrillen für unser Eklektiker Team angekommen sind. Sie wurden von der Stiftung Etnia Barcelona gespendet.

Durch die Spenden von Stand by me Lesbos können wir unser Projekt halten und durchführen. Jeden Tag werden unsere Teams mit Müllsäcken, Handschuhen und allem, was sie brauchen versorgt. Wie alle Mitglieder unserer Partnerteams erhalten auch sie einige Extrarationen an Verpflegung und andere kleine Unterstützungen für die harte Arbeit, die sie leisten. So halten täglich Teams von Moria White Helmets das neue Kara Tepe Camp sauber, sammeln schmutzige Plastikflaschen für die Recyclinganlage und halten Strände und Umwelt sauber. Ein anderes Team aus dem alten Kara Tepe Camp hilft der Gemeinde Mytilene bei der Reinigung der Hauptstraße, der Olivenhaine und der Gegend um den Lidl Supermarkt.

3200 Menschen in Kara Tepe haben inzwischen Taschen mit Kleidung erhalten:

Wir möchten bekannt geben, dass wir mit der Verteilung von Kleidung und anderem Bedarf für alle Lagerbewohner zur Hälfte fertig sind. 3200 Menschen haben Taschen erhalten. Wir haben dieses großartige Programm zusammen mit Hope Project und Stand by me Lesbos im Februar begonnen und wir hoffen, dass es in sechs Wochen abgeschlossen ist. Jeder kann mit einem Formular vorbestellen, was er genau braucht, welche Größe von Kleidung und Unterwäsche, Schuhen, Decken und anderen Sachen. Dann werden diese Listen an Hope Project geschickt und sie packen die Taschen je nach Bedarf. Dann werden die Leute informiert, an welchem Tag sie sie an unseren Recycling-Stationen abholen können. Sie haben eine Nummer und kommen die Sachen. Wenn etwas nicht passt, haben sie die Möglichkeit, eine weitere Bestellung aufzugeben. Das funktioniert sehr gut und die Leute mögen es. Es entstehen keine großen Schlangen und jetzt im Lockdown können wenige Leute aus dem Lager gehen, um Sachen zu holen. Wir sind ein bisschen stolz darauf, dass wir bis heute so gut zurechtgekommen sind. Auch dieses Projekt wird hauptsächlich von Flüchtlingen für Flüchtlinge durchgeführt und zeigt die Kraft der Selbstorganisation. Vielen Dank an alle, die dies bisher unterstützt haben.

Eine Anfrage zur Solidarität mit Simbabwe:

Letztes Jahr wurden wir von einer lokalen Organisation, die mit einer Kirche in Mytillini verbunden ist, gefragt, ob wir bei einer Lieferung nach Simbabwe helfen könnten. Es besteht eine langjährige Zusammenarbeit mit einigen Projekten dort. Es war im Herbst und wir hatten noch etwas Material in unserem Lager übrig, das nach dem Brand gespendet wurde. So waren wir mehr als glücklich, helfen und auch einige Kosten für den Transport übernehmen zu können. Nach dem Feuer wurde so viel gespendet, dass alle Lagerhäuser auf Lesbos voll waren, aber wir schafften es, Material nach Leros, Samos, auf das griechische Festland und … nach Afrika zu schicken. Jetzt ist es endlich angekommen und wurde dort verteilt. Wir möchten die Bilder mit Ihnen teilen.

Aufruf zur Unterstützung, um die Anwaltskosten für unsere Partner zu decken!

Nach dem Besuch der EU-Kommissarin Ylva Johanssons im Lager haben wir eine Welle von Ablehnungen der Asylanträge der Asylbewerber im Lager erlebt. Um sicherzustellen, dass unsere Partner während dieses Prozesses die beste rechtliche Beratung und den besten Schutz erhalten, rufen wir nun zu Spenden auf, um die Kosten für die Versorgung unserer Partner mit qualifizierten griechischen Anwälten zu decken, die unsere Partner in dem komplexen Geflecht der griechischen und internationalen Gesetze und Rechte dieses Prozesses unterstützen und führen können. Um dies zu unterstützen, besuchen Sie einfach nachfolgenden Link (Stichwort: „legal aid„) – Vielen Dank für all Ihre Unterstützung!

Milliardenschwerer Spendenmarkt: Schamlose Werbung mit Kinderbildern!

Thomas Osten Sacken berichtet: Mit solchen Anzeigen (siehe hier: https://solidaritaet-international.de/wp-content/uploads/2021/04/1-03.04.2021-Artikel-Thomas.jpg) verdient Herr Zuckerberg viel Geld. Und seit ich häufiger über dieses Thema schreibe, füllt der FB-Algorithmus meine Timeline mit diesen Anzeigen, die sich alle wie ein Ei dem anderen gleichen. Und sie sind entwürdigend. Nichts sonst. Braucht es solche Bilder, um sich vorzustellen, was Hunger aus Menschen und vor allem Kindern macht? Es gab mal Zeiten, bevor PR-Fuzzies diesen Sektor übernommen haben und Psychologen Strategien entwickelt haben, welche Bilder und Sätze Menschen besonders triggern, damit sie den Geldbeutel aufmachen, da galt es unter seriösen Organisationen als unmoralisch mit solchen Bildern Geld einzutreiben. Leider sind diese Zeiten vorbei. Wer auf dem milliardenschweren Spendenmarkt konkurriert, scheint längst jede Hemmung verloren zu haben. „Save the Children“, wer das ernst meint, sollte als erstes Kinder vor solcher Zuschaustellung schützen.

Wir sterben außerhalb der Intensivstation

(Bericht aus Griechenland): Die Situation in den Krankenhäusern ist tragisch und K. Mitsotakis tut so, als ob er erfolgreich wäre! Nach der Pleite des monatelangen reaktiven Lockdowns will die Regierung nun den Markt öffnen und… was auch immer das sein mag. „Eigenverantwortung“ mit Selbsttest ist nun die Heillösung der Regierung. Es werden enorme Anstrengungen von Krankenhausmitarbeitern unternommen, um Leben zu retten. Täglich strömen Hunderte von Coronavirus-Patienten herein, während die Zahl der intubierten Patienten am Donnerstag einen Rekord von 755 erreicht hatte, und täglich werden 100-150 Menschen außerhalb der Intensivstation intubiert, ohne die notwendige Versorgung zu erhalten! Sogar Mitglieder des „Expertenkomitees“ der Regierung geben zynisch zu, dass Patienten außerhalb der Intensivstation sterben (20% wurde erwähnt), offenbar aufgrund tragischer Engpässe. Das Ergebnis ist, dass jeden Tag etwa 70 Todesfälle mit Coronavirus-Komplikationen hinzukommen! Gleichzeitig weigert sich die Regierung, die großen privaten Krankenhäuser ohne Entschädigung zu beschlagnahmen.

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